Stimmungsschwankungen während der Periode: Was tun?

Stimmungsschwankungen Periode

Bild: © Andrey Popov

Einmal im Monat ist es soweit – nicht genug damit, dass üble Regelschmerzen zu schaffen machen, Bauchkrämpfe in den Wahnsinn treiben können, dass die Brüste schmerzen und sich anfühlen wie aufgeblähte Luftballons – auch Stimmungsschwankungen zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt können Frauen – und damit auch ihren Männern – während der Periode das Leben ganz schön zur Hölle machen.

Gerade noch aggressiv und wütend auf den Rest der Welt – im nächsten Moment todtraurig und in Tränen aufgelöst – garantiert erkennen sich viele Frauen wieder, nicht wahr? Was ist aber der Grund für die Stimmungsschwankungen während der Periode, und was kann man dagegen tun?

Wie äußern sich Stimmungsschwankungen während der Periode?

„Schatz, was ist los? Du bist ja richtig ungenießbar! Hast Du Deine Tage?“

Sobald der Partner diese Fragen stellt, ist es wohl mal wieder soweit – die Periode ist da, und Frauen mutieren zu kleinen Zombies – sie werden zickig, aggressiv, unleidlich, ängstlich oder auch übertrieben anhänglich. Dabei beginnen die „Launen“ nicht mal mit der Menstruation selbst, also mit Einsetzen der Blutung, viele Frauen klagen darüber, dass die eigentlich schlimmste Zeit die „Tage vor den Tagen“ – das sogenannte prämenstruelle Syndrom – sind.

Die Stimmungen schwanken von grundlos traurig oder gar depressiv über ängstlich bis hin zu mürrisch oder aggressiv. Tränenausbrüche wechseln sich ab mit Panikattacken und Wutausbrüchen.

Woran aber liegt es, dass Frauen alle vier Wochen zu unausstehlichen Diven mutieren? Im Folgenden erfahren Sie es.

Was sind die Ursachen der Stimmungsschwankungen?

Kurz gesagt – die Ursachen für die oft extremen Stimmungsschwankungen sind Veränderungen im Hormonhaushalt der Frau vor und während der Periode.

Progesteron

Hauptursache für starke Stimmungsschwankungen ist das Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt. Es wird in den Eierstöcken während der zweiten Zyklushälfte und auch in der Schwangerschaft produziert.

Progesteron hat die Eigenschaft, während der Verstoffwechselung beruhigend auf den Organismus zu wirken. Deshalb hat das Gelbkörperhormon auch den Beinamen „körpereigenes Valium“ bekommen. Kommt dieser Prozess nun aus irgendeinem Grund durcheinander – und sowohl prämenstruelles Syndrom als auch die Menstruation selbst sind Gründe für eine solche Störung – bleibt die beruhigende Wirkung dieses Hormons aus. Dies kann ein Grund sein, warum viele Frauen vor und während der Regelblutung unter starken Stimmungsschwankungen bis hin zu ernsthaften Depressionen oder auch Aggressionen leiden können.

Besonders heftig können durch Progesteron bedingte Stimmungsschwankungen während der Pubertät und in der Menopause auftreten. Denn in beiden Lebensphasen kommt es häufig zwar noch nicht oder nicht mehr zu einem Eisprung, aber dennoch zu einer Blutung. Die Folge ist, dass in der Gelbkörperphase zu wenig Progesteron produziert wird, was oft zu einem extremen Auf und Ab der Emotionen führen kann.

Östrogen

Zu den „üblichen Verdächtigen“, wenn es zu Stimmungsschwankungen kommt, zählt auch das weibliche Sexualhormon Östrogen. Dieses Hormon steigt in der ersten Zyklushälfte und besonders in der Zeit um den Eisprung herum rasant an, und es bleibt während einer Schwangerschaft auch konstant auf einem hohen Level. Kommt es jedoch während des Eisprungs zu keiner Schwangerschaft – was ja in den meisten Zyklen der Fall ist – fällt der Östrogenspiegel in der zweiten Zyklushälfte bis hin zum Einsetzen der Regelblutung stark ab. Folgen sind ebenfalls Traurigkeit, Antriebslosigkeit und allgemein „schlechte Laune“.

Testosteron

Ja, Sie haben richtig gelesen – auch das männliche Sexualhormon Testosteron spielt eine Rolle für den weiblichen Hormonhaushalt. Bei der Frau wird Testosteron in den Eierstöcken produziert und ist unter anderem für die Libido verantwortlich. Ein Mangel an Testosteron kann demzufolge nicht nur zu einer verminderten Libido, sondern auch zu schlechter Laune, Frust und Angstgefühlen führen.

Hier kann die „Pille“ eine wesentliche Rolle spielen. Je nach Zusammensetzung des Präparats können hormonelle Verhütungsmittel zu einem Anstieg oder auch Abfall von Testosteron führen. Ist letzteres der Fall, ist die betroffene Frau nicht selten ebenfalls nicht nur von einem geschwächten sexuellen Verlangen, sondern auch von Beeinträchtigungen des allgemeinen Wohlbefindens und der Psyche betroffen.

Das Gleiche gilt für die zweite Lebenshälfte: Ab dem etwa 50. Lebensjahr nimmt die Testosteronproduktion bei Frauen drastisch ab. Dieser hormonelle Veränderungsprozess wird auch Wechseljahre oder Klimakterium genannt.

Was kann man gegen Stimmungsschwankungen während der Periode tun?

Es gibt eine ganze Menge, das Sie gegen Stimmungsschwankungen und Übellaunigkeit während der Periode tun können. Und dazu gehört Folgendes:

Gesunde Ernährung

Natürlich sollten Sie sich immer gesund ernähren, aber in den „Tagen vor den Tagen“ und während der Menstruation gilt dies besonders: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung! Viele Frauen leiden während der Periode unter Völlegefühl und Blähungen. Deswegen ist eine leichte, nicht blähende Kost jetzt wichtiger denn je.

Nehmen Sie des Weiteren ausreichend Vitamine und Mineralstoffe sowie ungesättigte Fettsäuren zu sich. Viele Frauen berichteten von einer Besserung der Beschwerden, wenn sie zusätzlich Vitamin B6*, Vitamin D* und Kalzium* zu sich nahmen.

Vermeiden Sie Zucker, Alkohol und zu viel Kaffee. Trinken Sie sich satt an ungesüßten Kräutertees*, z.B. aus Fenchel, Anis, Kümmel, Minze und Schafgarbe.

Sport

Auch wenn es angesichts von Bauch-, Rücken- und Kopfschmerzen schwer fallen mag: Bewegung und Sport können gegen Menstruationsbeschwerden Wunder wirken. Sport kurbelt die Produktion des Hormons Testosteron an – und was dies für Folgen hat, wurde ja weiter oben bereits beschrieben. Außerdem werden bei intensiver Bewegung die Endorphine – also Glückshormone – ausgeschüttet, und diese können trübe Stimmungen im Handumdrehen verschwinden lassen.

Entspannungstechniken

Viele Frauen schwören auf Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga oder Meditation. Ein Beispiel für Autogenes Training:

Legen Sie sich auf den Rücken und entspannen Sie alle Muskeln. Senden Sie sich selbst positive Ich-Botschaften, wie beispielsweise:

„Ich freue mich heute an allem, was mir Gutes geschenkt wurde.“ oder „Ich bin schön, sexy und begehrenswert!“

Probieren Sie es aus! Auch wenn Sie zunächst nicht daran glauben – Sie werden sehen, es wirkt! Das Gleiche gilt für das Erlernen von Yoga oder Meditation. Jedoch ist es wichtig, die bevorzugte Entspannungstechnik regelmäßig zu praktizieren, um schließlich Stimmungsschwankungen während der Periode zu reduzieren oder gar vorzubeugen.

Fazit

Viele Frauen würden viel dafür geben, bestimmte Tage im Monat einfach überspringen zu können. Nicht nur körperliche Beschwerden wie Bauch- und Rückenschmerzen, Dysmenorrhoe und Übelkeit lassen Frauen sich während der Periode regelrecht krank fühlen, und die Stimmungsschwankungen tun ihr Übriges.

Dieser Artikel hat versucht, die Hintergründe der Beschwerden zu erklären und Möglichkeiten der Linderungen aufgezeigt.
Wenn Sie diese Tipps beherzigen, wird es Ihnen ganz sicher in Zukunft leichter fallen, Ihrer Stimmungsschwankungen Herr zu werden.

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