Diagnose von Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen Diagnose

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Vor Stimmungsschwankungen ist kein Mensch geschützt. Im Laufe eines Lebens, allein schon im Laufe eines Tages macht der Mensch eine ganze Bandbreite an verschiedenen Stimmungen durch. Diese wechseln häufig ohne sofort erkennbaren Grund. Sicherlich machen Stimmungsschwankungen Frau wie Mann manchmal das Leben schwer und hinterlassen uns ratlos. Die körperliche Verfassung, das Wetter, Hunger, Müdigkeit – all das kann eine Rolle bei wechselnden Stimmungen spielen. Darüber hinaus gibt es jedoch noch viele andere Ursachen für Stimmungsschwankungen, wie etwa Schwangerschaft, Pubertät, Mangelerscheinungen – bis hin zu physischen oder psychischen Erkrankungen.

Wer über einen längeren Zeitraum starke Stimmungsschwankungen an sich bemerkt, sich diese nicht erklären kann und unter ihnen leidet, der sollte für eine genauere Diagnose und unter Umständen Therapie einen Arzt aufsuchen.

Stimmungsschwankungen diagnostizieren

Da es zahlreiche Ursachen für Stimmungsschwankungen gibt, ist es nicht immer leicht, sofort herauszufinden, welcher individuelle Grund die Stimmungswechsel verursacht. Häufig können auch verschiedene Dinge zusammen kommen, die Stimmungsschwankungen begünstigen. Ein Besuch beim Hausarzt kann ein erster Schritt sein um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Dieser wird zunächst eine genaue Anamnese machen um Gründe auszuschließen und Symptome einzugrenzen. Dabei werden Betroffene gefragt, wie häufig und wie stark die Stimmungsschwankungen sind und wann diese immer auftreten.

Deshalb kann es hilfreich sein im Vorfeld aufzuschreiben, beispielsweise in einem Stimmungstagebuch, wann welche Stimmungen aufgetreten sind. So lassen sich mitunter gemeinsam mit dem Arzt auch bestimmte Auslöser finden. Weiterhin werden andere Symptome abgefragt, die mitunter Hinweis auf eine psychische oder physische Erkrankung geben. Dabei können auch Tests zum Einsatz kommen.

Körperliche Untersuchung

Da Stimmungsschwankungen auch organische Ursachen haben können, erfolgt bei der Diagnose auf jeden Fall eine körperliche Untersuchung. Blutuntersuchungen und ein Hormonspiegel können Aufschluss über Mangelerscheinungen oder hormonelle Schwankungen geben. Auch mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen können organische Erkrankungen, zum Beispiel der Schilddrüse oder der Leber, die für Stimmungsschwankungen verantwortlich sein können, festgestellt werden.

Frauen können extreme Stimmungsschwankungen mit ihrem Frauenarzt besprechen, denn manchmal sind für Stimmungsschwankungen Wechseljahre oder das prämenstruelle Syndrom verantwortlich. Auch eine Schwangerschaft kann sich schon früh durch Stimmungsschwankungen zeigen. Sollten diese Untersuchungen nicht zu einem Ziel führen, können auch weiterführende Untersuchungen durch EEG oder MRT sinnvoll sein.

Psychische Ursachen

Häufig liegen Stimmungsschwankungen gar keine physischen, sondern psychische Ursachen zu Grunde. Auch hier kann ein Hausarzt bereits durch gezieltes Fragen, Gespräche oder psychologische Tests erste Hinweise finden, ob beispielsweise eine depressive Verstimmung oder eine richtige Depression vorliegen. Im weiteren Verlauf kann ein Psychotherapeut oder Psychologe feststellen ob starke Stimmungsschwankungen durch eine psychische Erkrankung ausgelöst werden. Hierbei müssen nicht gleich ernstere Erkrankungen wie eine bipolare Störung oder Depression der Grund sein. Auch schon belastende Umstände wie Stress, Konflikte in der Partnerschaft oder Familie oder eine Trennung können psychische Labilität und damit Stimmungsschwankungen begünstigen.

Stimmungsschwankungen: wann zum Arzt?

Ab wann ein Arzt zur Diagnose von Stimmungsschwankungen aufgesucht wird, liegt im Ermessen der betroffenen Person. Sobald diese oder das Umfeld unter den Stimmungsschwankungen leidet oder diese als ungewöhnlich auffallen, ist eine genauere Abklärung nicht verkehrt. Manchmal hilft schon ein bewussterer Lebensstil und ein wenig Entspannung um Stimmungsschwankungen in den Griff zu kriegen, ist jedoch eine Erkrankung die Ursache, werden Betroffene allein Schwierigkeiten haben, sie zu heilen. Hier kann eine Diagnose sehr hilfreich sein und Betroffenen das Gefühl geben, ihre Stimmungswechsel besser kontrollieren zu können.

Wenn Stimmungsschwankungen immer wieder auftreten oder sehr lange anhalten ohne ersichtlichen Grund oder wenn sie besonders stark ausfallen, sowie wenn sie kaum zu kontrollieren sind, spricht dies für einen Arztbesuch. Auch zusätzlich auftretende Symptome psychischer oder körperlicher Natur sprechen dafür, dass eine Erkrankung zugrunde liegt. Ungewöhnliche Stimmungsschwankungen sollten auf jeden Fall beim Arzt oder im Umfeld angesprochen werden. Wer seinen Körper gut kennt, weiß häufig selbst am Besten, ob Veränderungen im Rahmen liegen oder Grund zur Besorgnis sind. Darüber zu sprechen, beziehungsweise einen Arzt aufzusuchen, ist ein bewusster und wichtiger Schritt für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden.