Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft

Stimmungsschwankungen Schwangerschaft

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Für Stimmungsschwankungen kann es viele Ursachen geben. Jeder Mensch ist im Laufe des Lebens mal mehr oder weniger von Stimmungsschwankungen betroffen und kennt diese aus dem Alltag. Statistisch gesehen kann man allerdings sagen, dass Frauen im Laufe ihres Lebens häufiger mit Stimmungsschwankungen zu tun haben. Es können für Stimmungsschwankungen Periode oder Wechseljahre verantwortlich sein, am häufigsten jedoch hört man von Stimmungsschwankungen bei Frauen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft. Da die Hormone bei einer Schwangerschaft Achterbahn fahren, ist es ganz normal, dass hiervon auch die Stimmung betroffen ist. Trotzdem erkennen sich werdende Mütter in solchen Zeiten oft selbst nicht wieder.

Warum Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft?

Eine Schwangerschaft ist nicht nur psychisch eine Umstellung und an viele Sorgen und Ängste, aber auch positive Emotionen wie Vorfreude gebunden. Schon deshalb ist es eigentlich kein Wunder, dass auch die Stimmung schwankt. Dafür gibt es jedoch vor allem nicht nur psychische, sondern hormonelle Ursachen. Genau genommen die Hormone Östrogen und Progesteron, die auch in einem normalen Zyklus ohne Schwangerschaft bereits zu Stimmungsschwankungen führen können. Eine starke Ausschüttung dieser und vor allem die allmähliche Umstellung der Hormonausschüttung von den Eierstöcken auf die Plazenta sorgen vor allem in den ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft zu starken Stimmungsschwankungen. Die zusätzlichen Symptome die auftreten können, wie Übelkeit und Blasendruck, können natürlich zusätzlich die Stimmung beeinflussen.

Sorgen in der Schwangerschaft

Schwangere sind häufig nah am Wasser gebaut. Zusätzlich zu der Hormonumstellung ist eine Schwangerschaft, vor allem wenn es sich um die erste handelt, natürlich auch mit Zukunftsängsten und Unsicherheit verbunden. Der Körper verändert sich, negative Symptome und Einschränkungen können auftauchen, so dass emotionale Tiefpunkte, wie aber auch Hochphasen, in denen sich werdende Mütter einfach über die Schwangerschaft freuen können, ganz normal sind. Eine Schwangerschaft ist ein körperlicher und emotionaler Ausnahmezustand, der noch dazu von außen schwer nachvollziehbar ist. Schließlich wird eine Schwangerschaft auch von jeder Frau individuell empfunden.

Depression in der Schwangerschaft

Während Stimmungsschwankungen und teilweise auch scheinbar grundloses Weinen zu einer Schwangerschaft dazu gehören, kann es in manchen Fällen auch zu einer Depression in der Schwangerschaft kommen. Dies kann an hormonellen Umständen liegen oder an einer generellen Disposition für Depressionen, die durch die Umstellung ausgelöst wird. Da von der Gesellschaft häufig erwartet wird, dass sich Frauen ständig und offensichtlich über ihr Glück freuen, kann eine Depression in der Schwangerschaft sehr mit Scham und Schuldgefühlen besetzt sein, was es im Regelfall verschlimmert. Doch wo liegt die Grenze zwischen normalen Stimmungsschwankungen und einer Depression in der Schwangerschaft? Dies kann eine Frau zunächst für sich selbst und im Zweifelsfall ein Arzt, Psychologe oder Psychotherapeut beantworten.

Wenn besonders starke und belastende Stimmungsschwankungen auftreten, die überwiegend von negativen Gefühlen geprägt sind und diese auch nach 12 Wochen nicht nachlassen, sollte prinzipiell Unterstützung hinzugezogen werden. Wenn sich in Gedanken an das Kind keine positiven Gefühle einstellen und der Verlust von Antrieb und Interessen sowie eine generelle Überforderung oder Entfremdung vorherrschen, könnte es sich um eine pränatale Depression handeln. Dies ist kein Grund, sich zu schämen, denn es sind mehr Frauen als man denkt von dieser betroffen. Wichtig ist es, mit dem Partner und mit einem Arzt über diese Gefühle zu sprechen, dann gibt es Wege aus dieser Depression.

Was tun gegen Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft?

Auch wenn keine echte pränatale Depression vorliegt, können Stimmungsschwankungen Frau – wie auch Mann – in der Schwangerschaft belasten. Schließlich bleiben starke Stimmungsschwankungen vom Umfeld nicht unbemerkt und es kann bisweilen sehr schwierig sein, mit sehr sensiblen Schwangeren umzugehen. Genauso belastend ist es natürlich für die Frau selbst, wenn sie ihre Emotionen scheinbar nicht mehr gut kontrollieren kann und sich selbst teilweise nicht wieder erkennt. Deshalb ist es wichtig, dass alle Geduld und Toleranz zeigen. Als Betroffene sollte man über die Emotionen reden, ob mit dem Partner, der Familie oder guten Freunden – häufig hilft schon ein gutes Gespräch um Stimmungsschwankungen zu lindern. Auch ist es wichtig, die Emotionen, die einen überfordern, anzunehmen, denn genau wie positive Gefühle wie Freude und Hoffnung, gehören auch Phasen der Trauer und Angst zu einer Schwangerschaft dazu. Schuldgefühle oder Versagensgefühle machen diese Emotionen eher schlimmer. Es ist daher wichtig, die Emotionen bewusst zuzulassen und es sich selbst nicht noch schwerer zu machen, als es schon ist. Davon verschwinden negative Emotionen zwar nicht, es ist jedoch leichter mit ihnen umzugehen.

Fällt man während der Schwangerschaft immer wieder ein Loch, ist es wichtig, für die eigene Entspannung zu sorgen. In einem kleinen Notfallplan kann man Dinge sammeln, die einem in diesem Fall gut tun – vielleicht mit dem Partner zusammen, vielleicht ganz allein, zum Beispiel ein Entspannungsbad, eine Massage, ein gutes Buch oder ein langer Spaziergang. Wann, wenn nicht in einer Schwangerschaft, sollte man sich diese Zeit für sich gönnen – denn von einer entspannten Mutter profitiert auch das Baby, schließlich bleibt auch dieses nicht von der Stimmung der Mutter unbeeinflusst. Es kann auch helfen, sich mit anderen Schwangeren auszutauschen, denn geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Hat man nicht das Glück im Freundeskreis zufällig schwangere Frauen zu finden, kann man sich in Internetforen oder auch Kursen für werdende Mütter, wie beispielsweise einem Schwangerschaftsvorbereitungskurs austauschen. Dann wird man merken, dass es vielen anderen Frauen genauso geht und oft nur aus Scham oder Schuldgefühlen nicht über die negativen Gefühle während einer Schwangerschaft gesprochen wird.