Was sind Stimmungsschwankungen?

Stimmungsschwankungen

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Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt – heißt es so schön. Eine Aussage, die viele Menschen kennen und mit dieser vermutlich selbst schon ab und zu ihre Stimmung beschrieben haben und sei es das letzte Mal in der Pubertät gewesen. Allerdings muss man nicht in der Pubertät sein oder für Stimmungsschwankungen Schwangerschaft oder Wechseljahre verantwortlich machen. Vielmehr gibt es für Stimmungsschwankungen zahlreiche Ursachen und sie können so stark ausgeprägt sein, dass manche Menschen richtiggehend unter ihnen leiden. Leicht ausgeprägte Stimmungsschwankungen gehören jedoch zum Alltag dazu, sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und müssen nicht unbedingt ein Anlass zur Besorgnis sein.

Definition Stimmungsschwankungen

Wie der Name schon verrät, zeichnen sich Stimmungsschwankungen dadurch aus, dass die Stimmung wechselt. Dies geschieht meist plötzlich und oft auch ohne sofort erkennbaren Grund. Der Wechsel kann je nach Person und Ursache mehr oder weniger stark ausfallen. Manche bemerken eine Stimmungsschwankung an einer leichten Stimmungsveränderung, andere wiederum erleben Stimmungsschwankungen als einen Unterschied wie Tag und Nacht. So kann ausgesprochen gute Laune plötzlich nahezu in eine depressive Verstimmung umschlagen.

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Stimmungsschwankungen zu unserem Leben dazu gehören und je nach Lebensphase und Umständen mal mehr und mal weniger ausgeprägt auftauchen können. Die wenigsten bestreiten ihren Alltag in immer gleicher Stimmung. Vielmehr zeichnet sich unser Leben durch alltägliche Hoch- aber auch Tiefgefühle aus. In unterschiedlichen Lebensphasen, beispielsweise in der Schwangerschaft, der Pubertät oder einer Lebensumstellung können auch vorübergehend starke Stimmungsschwankungen auftreten, wie wir sie aus dem normalen Alltag nicht gewohnt sind.

Erst wenn extreme Stimmungsschwankungen zur Belastung werden oder ohne erkennbaren Grund auftreten und bleiben, ist es ratsam einen Arzt zu konsultieren, da auch psychische oder physische Erkrankungen Grund für Stimmungsschwankungen sein können.

Ursachen für Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen können ganz vielfältige Gründe haben. Fest steht, dass Stimmungsschwankungen Mann wie Frau treffen können – auch wenn Frauen durch ihren Hormonhaushalt häufiger betroffen sind, sei es durch eine Schwangerschaft, während ihrer Periode oder bei Eintreten der Wechseljahre.

Stimmungsschwankungen müssen jedoch nicht unbedingt hormonelle Ursachen haben. Auch organische Gründe oder insbesondere psychische Gründe können unter Umständen zu sehr starken Stimmungsschwankungen führen. Unter besonders starken Stimmungsschwankungen leiden zum Beispiel Personen mit einer sogenannten bipolaren Störung, eine psychische Erkrankung, die auch unter der Bezeichnung „manisch-depressiv“ bekannt ist. Menschen, die an einer bipolaren Störung leiden, haben mit einem kontinuierlichen Wechsel zwischen manischen Phasen, die sich durch überstarke Euphorie, erhöhtem Antrieb und oft riskante Impulsivität auszeichnen und depressiven Phasen, die sich in starker Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit und somit dem genauen Gegenteil von der manischen Phase ausdrücken, zu kämpfen. Wie lang die einzelnen Phasen dauern und wie schnell der Wechsel zwischen ihnen ist, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Auch eine Depression ohne manische Phase kann von Stimmungsschwankungen geprägt sein, da Menschen mit einer Depression häufig zu bestimmten Tageszeiten niedergeschlagen sind, während sich zu anderen Tageszeiten die Stimmung bessert. Um starke Stimmungsschwankungen zu erleben, muss aber keine Depression oder bipolare Störung vorliegen. Auch psychische belastende Ereignisse oder Umstände, wie Stress, der Verlust einer nahestehenden Person durch Tod oder Trennung und Konflikte können Stimmungsschwankungen auslösen, die stärker sind als gewöhnlich.

Seltener, aber auch mögliche Ursachen für auffallende Stimmungsschwankungen sind organische Ursachen, wie zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, Tumore oder Demenzerkrankungen. Auch Suchterkrankungen und generell Drogenkonsum können Stimmungsschwankungen auslösen und bedingen.

Diagnose von Stimmungsschwankungen

Wenn Stimmungsschwankungen auffallen, die als belastend empfunden werden oder sich außerhalb des Rahmens befinden, weil sie sich durch ihre Häufigkeit oder Intensität vom alltäglich bekannten Stimmungswechsel unterscheiden, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann zunächst durch eine genaue Diagnostik organische oder hormonelle Ursachen ausschließen.

Lässt sich kein physischer Grund für die starken Stimmungsschwankungen finden, kann ein Psychologe oder Psychotherapeut mögliche psychische Erkrankungen feststellen und davon abgesehen mit einer Therapie Wege vermitteln, mit belastenden Stimmungsschwankungen umzugehen und diese zu lindern. Durch eine genaue Anamnese, etwa wie häufig die Stimmungsschwankungen auftreten, ob es Auslöser für diese gab und ob andere Symptome mit den Schwankungen auftreten, lassen sich Ursachen für Stimmungsschwankungen finden und unter Umständen Wege, diese zu bessern.

Therapie von Stimmungsschwankungen

Wenn es sich bei den Stimmungsschwankungen nicht nur um eine Phase, sondern um einen belastenden Zustand, bei dem eine Besserung von allein nicht zu erwarten ist, handelt, bietet sich eine Therapie an. Sind die Stimmungsschwankungen Teil einer organischen oder psychischen Erkrankung, entscheidet der Arzt im Zweifelsfall über eine notwendige medikamentöse Behandlung.

Jedoch können bereits Gesprächs- und Verhaltenstherapien, sowie ein bewusster Lebensstil, der sich durch eine ausgewogene Ernährung, Entspannung und Bewegung auszeichnet bereits zu einem Stimmungsgleichgewicht beitragen. Stimmungsschwankungen sind auf jeden Fall ein Phänomen, dass sich kontrollieren und bessern lässt, wenn die Ursachen erst einmal gefunden sind.